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Obst Fakten.

Regionales Obst:
die Fakten.

Obst aus der Region hat viele Vorteile: Es schmeckt besser und ist besonders vitaminreich. Und wer zum Beispiel Äpfel aus regionalem Anbau kauft, erwirbt nicht nur diese schmackhaften, gesunden Früchte von höchster Qualität, sondern er leistet damit auch ganz nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz!

1,4Mio. t

Jahreskonsum Äpfel in Deutschland

25,5 kg

pro-Kopf-Verbrauch im Jahr

67%

davon kommen aus Deutschland

33%

davon werden importiert


Klimafreundlich


Schmeckt besser


Handarbeit


Tierfreundlich


Strenge Kontrollen

Regionales Obst ist klimafreundlich
Wissenschaftler haben den CO2 - Footprint von in Deutschland angebauten Äpfeln im Vergleich zu importierter Ware verglichen. Dabei hat sich deutlich gezeigt: Selbst mit allen Inlandstransporten und halbjähriger Lagerung ist der Energieverbrauch von heimischen Äpfeln im Vergleich zu Äpfeln aus Übersee (inkl. Verschiffung und Transport bis hin zur Vermarktung) geringer!
So braucht es für einen Apfel aus Neuseeland bis zu 43 % fossile Energie mehr, als für einen heimischen Apfel. Trotz höherer neuseeländischer Erntemengen überschreitet der Energieaufwand des rund 22 000 Kilometer weiten, schwerölbetriebenen Kühlschifftransports den entsprechenden fossilen Energieeinsatz für sechs Monate Lagerung.

Deshalb gilt …

Die Wahl eines heimischen Apfels aus dem Lager ist selbst im Frühling klimafreundlicher als der Kauf eines im März geernteten Apfels aus Neuseeland nach 28 Tagen Schiffstransport. Mit einem Wort: Im Bemühen um eine Verbesserung der CO2 - Bilanz kann jeder Verbraucher durch seinen Konsum ganz schön viel Einfluss nehmen!

Ökologischer Fußabdruck von Obst und Gemüse

Das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg hat die Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Getränken in Deutschland“ veröffentlicht, in welcher unter anderem auch der Klimaeffekt von ausgewählten Obst- und Gemüseprodukten ermittelt wurde.

Ifeu-Studie 2020 ökol. Fußabdrücke CO2
Regionales Obst schmeckt besser
Haben Sie schon einmal in einen optimal ausgereiften Apfel gebissen?

Obst aus der Region schmeckt besser und ist besonders vitaminreich. Denn aufgrund der Nähe zum Kunden ernten die Obstbauern es zum optimalen Reifezeitpunkt! Deutsche Obstbauern bauen viele verschiedene Apfelsorten an, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ob ein saftig-frischer „Delbarestivale“ im August, ein aromatischer „Elstar“,“Wellant“ oder „Gala“ ab September - oder den ganzen Winter hindurch eine der zahlreichen Lagersorten wie „Jonagold“, „Kanzi“ oder der altbekannte „Golden Delicious“: Man schmeckt einfach den Unterschied von regional angebauten Früchten.

Neue Obstsorten vom Obsthof aus der Region

Neben den beliebten und bekannten Sorten kommen immer wieder neue Kreuzungen auf den Markt, die die guten Eigenschaften ihrer Eltern kombinieren oder ganz neue Geschmackserlebnisse bieten. So erwartet Sie abseits der Supermarktregale in den Hofläden und auf den Wochenmärkten noch so manches weitere Sorten-Schmankerl. Probiert Euch einfach mal durch!
Im regionalen Obst steckt viel Handarbeit
Ein Traum in Rosa und Weiß: Die Apfelblüte lockt jedes Jahr viele Besucher in die großen deutschen Anbau-Regionen wie das Alte Land oder die Bodensee-Region. Was für Außenstehende vor allem schön aussieht, ist für professionelle Apfelanbauer die Basis ihrer Einkünfte für das gesamte Jahr. Deutsches Obst wird mit viel Handarbeit von Familienbetrieben regional und nachhaltig erzeugt. Sie sorgen dafür, dass aus den Blüten über den Sommer die großen, schmackhaften und schön ausgefärbten Äpfel wachsen, die wir aus dem Supermarktregal gewohnt sind. Und das bedeutet für jeden Obstbauern viel (Hand-)arbeit!

Obstbauern arbeiten das ganze Jahr für die perfekten Früchte

Das fängt im Winter mit dem Schnitt der Bäume an. Zur Blüte muss dann dafür gesorgt werden, dass genügend Insekten zum Bestäuben durch die Reihen fliegen. Damit das auch sicher klappt, werden während des gesamten Jahres Nist- und Nahrungsquellen für Insekten in den Obstanlagen angelegt und gepflegt. Nach der Blüte reguliert der Obstbauer dann die Fruchtzahl am Baum auf das optimale Maß – denn bleiben zu viele Früchte am Baum oder sind sie nicht gleichmäßig verteilt, würden sie zu klein bleiben, nicht richtig gut schmecken und zudem würden sie die Blütenbildung für das folgende Jahr blockieren.

Auch danach kann ein Obstbauer seine Hände nicht in den Schoß legen. Immer wieder ist sein Einsatz und Fachwissen gefragt: Sind die Bäume gut mit Nährstoffen versorgt? Sind genügend Nützlinge in den Baumreihen, die bei der Befruchtung helfen und Schädlinge vertilgen? Oder gewinnen die Schädlinge die Oberhand, so dass sie mit Hilfe von Pflanzenschutzmaßnahmen im Griff gehalten werden müssen, bevor sie die Ernte vernichten? Haben die Bäume genug Licht und Wasser, damit sie gut gedeihen und qualitativ hochwertige Früchte produzieren können? Kommt es nicht durch zu viel Sonne zu Sonnenbrand auf der Fruchthaut? Oder werden die Früchte durch Hagel beschädigt?

Wenn schließlich die Erntezeit naht, bestimmt der Obstbauer anhand des Stärkeabbaus in der Frucht, der Fruchtfestigkeit und des Zuckergehaltes, wann genau der optimale Erntetermin für jede Sorte ist. Er muss die Ernteabläufe koordinieren und die Einlagerung der Früchte planen, damit wir Verbraucher zur Erntezeit leckere Äpfel im Laden kaufen können und auch darüber hinaus.

Heimische Apfel ein ganzes Jahr über

Das ganze Jahr hindurch knackig frische Äpfel zu essen – auch das ist ein Luxus, an den wir uns mittlerweile gewöhnt haben. Wir vergessen dabei gerne, dass es die Möglichkeit dafür erst seit den 1950er-Jahren gibt. Damals begann der Einbau von Kälteanlagen in die Lagerräume, später gefolgt von der Lagerung unter kontrollierter Luftzusammensetzung, die das Weiterreifen der Früchte stark verlangsamt. Anstatt wie früher die Äpfel in Kisten in Kellern zu lagern, werden sie heute bei konstanter Temperatur, unter hoher Luftfeuchtigkeit und bei niedriger Sauerstoffkonzentration aufbewahrt, bis sie in den Handel gelangen.

All dies Arbeit macht sich nicht von allein. Jeder Obstbaubetrieb braucht fleißige Helfer, die natürlich für ihre Arbeit auch anständig bezahlt werden müssen. Die Kosten für diese Arbeit muss der Obstbauer anschließend über den Verkaufserlös seiner Früchte wieder hineinbekommen. Ansonsten lohnt sich der Anbau nicht und der Obstbauer muss seine Produktion aufgeben, die Flächen verbrachen oder in Ackerland umwandeln.

Wer also beim Einkauf auf die Herkunft achtet – und bereit ist, dafür einen angemessenen Preis zu bezahlen – unterstützt die lokale Produktion und trägt somit in hohem Maße dazu bei, unsere einmalige Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt zu bewahren.
Regionales Obst bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Sind Sie schon einmal durch eine Obstplantage spaziert? Da summt, surrt und zwitschert es den ganzen Tag. Die Obstbauern sind besonders zur Blütezeit darauf angewiesen, dass genügend Insekten durch die Reihen fliegen und die Blüten befruchten. Und zwar nicht nur Honigbienen, die ja als Nutztiere von den Imkern für die Blütezeit in die Obstanlagen gestellt werden, um dort Honig zu sammeln. Sondern auch zahlreiche Wildbienenarten, die das ganze Jahr zwischen, neben und unter den Baumreihen leben und nisten. Obstanlagen zeigen oftmals eine Artenvielfalt, die ihresgleichen auf anderen landwirtschaftlichen Flächen sucht. Sie bieten wichtige (Teil-) Lebensräume z. B. in Form von Nist-, Nahrungs- und Rückzugshabitaten. Aufgrund der langen Standzeiten von 15 bis 25 Jahren ohne größere Strukturveränderungen haben diese Flächen daher in einer sonst annuell bewirtschafteten Landschaft einen hohen Stellenwert.

In Obstanlagen gibt es vielfältige Strukturen

Gemähte Wiesen, Blühstreifen, Bäume und offener Boden wechseln sich ab. Das bedeutet auch vielfältige Lebensräume für verschiedenste Tiere und Pflanzen. Einige seltene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind so gut an die Produktionstechniken des Erwerbsobstbaus angepasst, dass sie ohne diese Bewirtschaftungsform von der Fläche verdrängt würden. Sei es der Sardische Hahnenfuß, der offenen, leicht verdichteten und schattig-feuchten Boden benötigt, oder die vielen bodenbrütenden Wildbienen, die im vegetationsfreien Boden der Baumstreifen ihre Nester anlegen. So konnte ein erst kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt der TH Bingen in integriert bewirtschafteten Obstanlagen (inkl. Glyphosat-Baumstreifen!) 61 Wildbienen-Arten in 14 Gattungen nachweisen, darunter zahlreiche Rote-Liste-Arten. Außerdem sammelten die Bingener Wissenschaftler dort mehr als 4.000 Käfer aus 300 Arten, darunter auch hier in allen Anlagen wieder auch solche, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen und damit besonders schützenswert sind.

Obstbau bietet bedrohten Arten Lebensraum

Im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Bonn über den Aufbau der Lebensgemeinschaft von Spinnentieren wurden auf nur drei Obstbaubetrieben in der Bodenseeregion 29 verschiedene Arten von bodenbewohnenden Webspinnen aus 18 Gattungen und sechs Familien nachgewiesen.

In der gewässerreichen Marsch des Alten Landes nahe Hamburg findet man zahlreiche Frösche, Libellen und Wasservogelarten, die sowohl in den Obstproduktionsflächen als auch in den die Produktion unterstützenden Flächen wie den Beregnungsteichen, Beregnungsgräben oder Brachen leben. Mithilfe von Nachtkameras konnten dort auch Füchse, Wiesel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger im Bild festgehalten werden.

All diese Arbeiten zeigten deutlich, dass ein Erhalt dieser oft hochspezialisierten Arten nur möglich ist, wenn auch ihre spezifischen Lebensbedingungen, das heißt in diesem Fall die Bewirtschaftungsform Obstanlage, erhalten werden. Denn die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten haben sich über lange Zeiträume an die Nutzung der Flächen angepasst und sind deshalb mittlerweile zwingend auf diese landwirtschaftlichen Nutzungssysteme angewiesen. Insbesondere die Baumstreifen direkt unter den Bäumen, die bislang in der Regel mithilfe von Herbiziden (u.a. auch Glyphosat!) bewuchsfrei gehalten werden, haben die Forscher als einer der Vorzüge des Ökosystems Obstanlage erkannt. Wird aber die Nutzung verändert oder eine Obstanlage gar ganz aufgegeben, verändert sich auch die Artenzusammensetzung auf diesen Flächen. Deshalb bedeutet selbst die Verwilderung von Obstanlagen immer auch einen wesentlichen Verlust für die dortige Biodiversität.

Deutsche Obstbauern l(i)eben Artenschutz

Die deutschen Obstbauern fördern die bereits natürlich vorhandene biologische Vielfalt auf ihren Flächen durch ganz verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört das Aufstellen von Nisthilfen, das Anlegen von Biotopen am Rande der Obstflächen, das Aufstapeln von Totholz und Steinhaufen, das alternierende Mulchen und vieles mehr. Damit tragen sie aktiv zum Erhalt und zur Entwicklung von Biodiversität in unserer Umwelt bei. Der professionelle Apfelanbau ist also ein schönes Beispiel dafür, wie gut das Zusammenspiel von Mensch und Natur funktionieren kann. Lassen Sie es uns schützen!
Regionales Obst unterliegt strengsten Kontrollen
Wer Obst aus deutschem Anbau kauft, steht auf der sicheren Seite, denn unser Obst wird regelmäßig kontrolliert und erfüllt die hohen deutschen Umwelt- und Sozialstandards. Anders als unsere Urgroßeltern muss heute niemand mehr eine Frucht aus professionellem Anbau vor dem beherzten Biss auf Schädlinge und Krankheiten untersuchen. Die sprichwörtliche Made im Apfel ist klammheimlich verschwunden, ohne dass sie jemand vermisst. Vielmehr wird es heute für selbstverständlich gehalten, dass ein Apfel im Laden wurmfrei und hübsch angeboten wird.

Obstanbau früher und heute

Gingen unsere Vorfahren Mitte des letzten Jahrhunderts dafür oft noch mit der „Holzhammermethode“ zu werke, um die Bäume und Früchte vor Schädlingen zu bewahren, so sieht die Praxis heute ganz anders aus. Denn sehr schnell wuchsen das Wissen und die Erkenntnis, dass viele der Mittel nicht gezielt genug wirkten und/oder schädlich für Umwelt und Naturhaushalt waren.

Heute arbeitet kein einziger deutscher Obstanbauer mehr ausschließlich mit chemischen Mitteln. Stattdessen setzen moderne Betriebe auf integrierten und ökologischen Pflanzenschutz. Dabei werden die Bäume mit einer Vielzahl von Maßnahmen gestärkt und geschützt, damit sie erst gar nicht krank werden. Und wenn es doch einmal passiert, gibt es inzwischen Pflanzenschutzmittel, die ähnlich wie Medikamente beim Menschen wirken. Sie werden allerdings erst dann eingesetzt, wenn mechanische oder physikalische Maßnahme nicht mehr wirken und kein Nützling den Schädling zu bekämpfen vermag. Chemischer Pflanzenschutz ist also heutzutage das letzte Mittel der Wahl – für die Obstbauern, die Verbraucher und für die Umwelt.

Pflanzenschutz im Obstbau unterliegt strengen Auflagen

Durch strenge Auflagen bei der Zulassung eines Wirkstoffes bis hin zu genauen Vorgaben zur Handhabung und Ausbringung der Mittel unterliegt alles genauen Sicherheitsvorgaben. Nicht umsonst zählen die bei uns in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel zu den am besten untersuchten Stoffen überhaupt - insbesondere hinsichtlich ihres Gefährdungspotenzials auf Mensch, Tier und Umwelt. Und unsere gut ausgebildeten Obstbauern wissen auch ganz genau, welches Mittel wo eingesetzt werden darf und in welchem Abstand zur Ernte sie es noch einsetzen dürfen, damit keine Rückstände den Verbraucher gefährden, wenn er/sie mit Genuss in den saftig-knackigen Apfel beißt. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden und dürfen Pflanzenschutzmittel nur anwenden, wenn sie den sogenannten „Sachkundenachweis Pflanzenschutz“ besitzen. Alles in allem ein System mit sehr hohem Standard, von der Pflanze bis zur Frucht.